Ausstellungen
Tina Graf, Galerie HAAS & GSCHWANDTNER, Paarung ist harter Wettbewerb, Female Paperpositions

Tina Graf, Ohne Titel, 2019, Monotypie auf Papier, 53 x 78 cm

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Paarung ist harter Wettbewerb. Female Paperpositions

10/10/2019 - 30/11/2019

Paarung ist harter Wettbewerb. Female Paperpositions

Die Galerie HAAS & GSCHWANDTNER zeigt im Herbst die Gruppenausstellung Paarung ist harter Wettbewerb. Female Paperpositions, die auf den oftmals harten Etablierungskampf von Frauen im Kunstbetrieb sowie die visuellen Konstruktionsprozesse von acht Künstlerinnen im Bereich der zeitgenössischen (Druck-)Grafik verweist.

Acht durchaus provokante Positionen von jungen und aufstrebenden Künstlerinnen, die in Österreich leben und arbeiten, vereint die Gruppenausstellung. Zu sehen sind Arbeiten aus dem künstlerischen Bereich der (Druck-)Grafik. Malerinnern, Illustratorinnen und Zeichnerinnen zeigen die unterschiedlichen zeitgenössischen Umgangsweisen mit dem Medium auf: das Zeichnen ist ein sehr konzentrierter, intimer Akt, der oftmals Ansätze in das räumlich-installative Arbeiten bietet. Bei der Umsetzung im Druck, spielen ebenso auch malerische Momente eine große Rolle, neben dem enormen Wissen, das sich die, in der Ausstellung, präsentierten Künstlerinnen über die technischen Grundlagen angeeignet haben. Die Wahl der Motive, die Beeinflussung durch gesellschaftliche Aspekte, persönliche Erfahrungen oder Reiseeindrücke, die in der jeweiligen künstlerischen Praxis und im Kontext des zeitgenössischen Kunstgeschehens umgesetzt werden, stehen im Fokus der Schau.

Die Künstlerinnen 

Die Ausstellung versammelt sowohl Künstlerinnen, die ihre Ausbildungen an Akademien abgeschlossen haben, als auch jene, die sich in der freien Szene verschiedenen grafischen Techniken wieder zuwenden. Ihre Arbeiten begeistern durch ironische Darstellungen, feinfühlige aber auch provokante Themenwelten und Detailfreude und sind raffiniert und technisch perfekt umgesetzt.

Assunta Abdel Azim Mohamed
*1993 in Klagenfurt, lebt und arbeitet in Wien
Assunta studierte Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Ihre zum Teil monochromen Kugelschreiberzeichnungen sind satirische Studien der Sehnsüchte und Lebenswelten ihrer Generation in Wien. Elemente der Anatomie, der Medizin, gesellschaftliche Aspekte sind Teil ihrer detaillierten Bilderzählungen. Ihre Arbeiten finden sich in zahlreichen Privatsammlungen in Wien, Barcelona, London, Berlin, Zürich und Lugano.

Johanna Eisl
*1995 in Bad Ischl, lebt und arbeitet in Salzburg
Ihre Ausbildung zur Grafikdesignerin schloss Johanna Eisl 2015 ab. Die Druck-Aktivistin arbeitet hauptsächlich mit Siebdruck und Linolschnitt sowie im digitalen Bereich. Ihre Motive und Themen sind durch die linke Subkultur und linke Räume, in denen sie sich bewegt, geprägt. Weibliche und queere Körper, Identität und kollektive Erfahrungen, Sexualität und konstruierte ästhetische Normen stehen im Zentrum ihrer Druckgrafiken. Eisls Arbeiten werden regelmäßig im femistischen Magazin an.schläge veröffentlicht.

Tina Graf
*1997 in Taitung, Taiwan, lebt und arbeitet in Salzburg und Wien
Das Studium der Bildenden Künste und Gestaltung an der Universität Mozarteum, Salzburg schloss Tina Graf 2019 ab. Seit Herbst 2019 Studium der Grafik und Druckgrafik an der Universität für angewandte Kunst, Wien bei Jan Svenungsson. Der Mensch steht in ihren Druckgrafiken, aber auch großformatigen Gemälden im Zentrum, genauso wie gesellschaftliche Reibungspunkte und Frauenrollen im Alltag. Zur Zeit arbeitet die Künstlerin an Auftragsarbeiten für das Schlosshotel Fuschl am See.

Birgit Graschopf
*1978 in Wien, lebt und arbeitet in Wien
Birgit Graschopf absolvierte das Studium der Fotografie an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. In ihren Werken verbindet sie das Medium der Fotografie mit Aspekten des Zeichnens und dem Stilmittel der Perforation. Menschen und Körper werden sowohl auf aktuellen Perforationen, als auch frühen Zeichnungen auf japanischem Reispapier in Erzählsträngen dargestellt. Graschopfs Arbeiten finden sich in österreichischen Museen, u.a. der Albertina in Wien, als auch zahlreichen Privatsammlungen im In- und Ausland.

Inga Hehn
*1984 in Linz, lebt und arbeitet in Ottensheim bei Linz
Inga Hehn studierte Bildende Kunst an der Kunstuniversität in Linz und schloss mit dem Schwerpunkt Malerei und Grafik 2013 ab. Sie arbeitet und experimentiert mit verschiedenen (druck-)grafischen Techniken. Die Motive ihrer Werke erinnern an organische Strukturen, Fragmente oder Körperteile. Ein zentrales Motiv in der Salzburger Ausstellung ist die großformatige und modifizierbare Lithografie-Collage in 30 Teilen, die zu einer raumgreifenden Komposition zusammengesetzt wurde. Neben monumentalen Papierarbeiten fertigt Hehn auch akribisch genaue Tuschezeichnungen, die sich aus mikroskopisch kleinsten Teilen zusammensetzen.

Nina Prader
*1990 in Washington D.C., USA, lebt und arbeitet in Berlin, DE und Wien
Nina Prader studierte an der Kunsthochschule School of the Museum of Fine Arts / TUFTS University und schloss 2013 ihren Master in Critical Studies auf der Akademie der bildenden Künste in Wien ab. Die Künstlerin, Kuratorin, Freie Autorin und Referentin betreibt das Publishing Label Lady Liberty Press. Sie geht unabhängigen Verlagspraktiken nach und realisiert Zines und Künstlerinnenbücher. Sie nutzt die Risographie um radikale künstlerische Ziele in der Kunst, Bildung und Gemeinschaft umzusetzen. In ihrer Posterserie Gumball Universe von 2019 rückt der retro Kaugummiautomat, den sie als Zine-Vermittler für die Ausstellung Aktionsraum Museum am Museum der Moderne Salzburg 2017 entwickelt hat, in den Bildvordergrund und erhebt ihn zu einem ikonischen Wegweiser für die Kultur- und Tauschwirtschaft.

Ekaterina Shapiro-Obermair
*1980 in Moskau, RU, lebt und arbeitet seit 2004 in Wien
Ekaterina Shapiro-Obermaier studierte an der Akademie für Bildende Kunst in Wien. Sie arbeitet sehr vielseitig, immer aber mit Bezug auf die Grafik. Abstraktion und Minimalismus, aber auch Wechselwirkungen von Formen und Politik, oder Ideologien sind Themen ihrer künstlerischen Ansätze, die sie auch in skulpturalen sowie installativen Arbeiten umsetzt. Zuletzt 2018 erhielt Shapiro-Obermaier das Staatsstipendium für Bildende Kunst des Bundeskanzleramtes Österreich.

Bianca Tschaikner
*1985 in Bregenz, lebt und arbeitet in Bregenz
Bianca Tschaikner ist Illustratorin, Druckgrafikerin und Geschichtenerzählerin. Sie studierte Druckgrafik an der Scuola Internazionale di Arte Grafica Il Bisonte, in Florenz, Italien. Ihr Studium der Illustration schloss sie an der Accademia Belle Arti in Macerata, Italien. In ihren zahlreichen Reisen, u.a. durch Länder des Nahen Ostens, erkundet sie kulturelle und gesellschaftliche Strukturen, Lebenswelten von Frauen und hält diese in kleinformatigen Zeichnungen, Aquarellen und Drucken fest. 2016 verfasste Tschaikner ihre erste Graphic Novel SAVARI. An illustrated journey through Iran and India. Ihre Arbeiten wurden bisher in Magazinen, wie VICE magazine und Harper’s Bazaar India, sowie in The Guardian und regelmäßig im Falter illustriert.