Vanessa Küstner: Soft Tension
Vanessa Küstner Soft Tension
Zwischen Organik und Technologie
Mit der Ausstellung Vanessa Küstner Soft Tension präsentiert die Galerie eine Werkserie, in der sich organische Formen, technologische Strukturen und emotionale Spannungsfelder zu einer unverwechselbaren Bildsprache verbinden. Küstners Malerei bewegt sich dabei zwischen wissenschaftlicher Beobachtung und intuitiver Gestaltung. Ihre Arbeiten greifen Prozesse des Lebens auf – Teilung, Wachstum und Transformation – und übersetzen sie in farbintensive, symbolisch aufgeladene Bildräume.
Im Zentrum der Ausstellung steht die Frage, wie sich Leben formt und organisiert. Küstners Bilder erinnern dabei häufig an mikroskopische Strukturen: Zellen, Membranen oder neuronale Netzwerke werden zu visuellen Motiven, die sich über die Bildfläche ausbreiten. Schichtungen, fluoreszierende Pigmente und transluzente Farbfelder erzeugen eine vibrierende Oberfläche, die Bewegung und Energie spürbar macht. Diese ästhetische Strategie knüpft an naturwissenschaftliche Bildtraditionen an, etwa an die morphologischen Darstellungen von Ernst Haeckel, übersetzt sie jedoch in eine zeitgenössische malerische Sprache.

Soft Tension als Bildprinzip
Der Titel Soft Tension beschreibt eine zentrale Dynamik in Küstners Werk: eine Spannung zwischen Gegensätzen, die jedoch nicht als Konflikt, sondern als Balance erscheint. Weiche, organische Linien treffen auf präzise, fast technische Strukturen. Spielerische Figuren und hybride Wesen entstehen aus einem Netz von Linien, Symbolen und energetischen Punkten.
Dabei arbeitet Küstner häufig mit Symmetrien und Spiegelungen. Diese verleihen den Kompositionen eine fast archetypische Ordnung. Gleichzeitig verweisen sie auf Themen wie Dualität, Identität und Selbstwahrnehmung – Motive, die sich durch ihr gesamtes Werk ziehen. Die Bildflächen wirken wie lebendige Systeme, in denen Formen wachsen, sich verbinden und wieder auflösen.
Malerei als energetisches Netzwerk
Materialität spielt eine entscheidende Rolle in Küstners Arbeiten. Glitzerpartikel, Lacke, fluoreszierende Pigmente und Plexiglas erzeugen eine Oberfläche, die Licht reflektiert und teilweise sogar im Dunkeln leuchtet. Dadurch wird die Wahrnehmung der Bilder zeitlich erweitert – das Werk verändert sich je nach Licht und Perspektive.
In Vanessa Küstner Soft Tension wird Malerei so zum Ort eines komplexen Netzwerks: biologische Prozesse, technologische Codes und persönliche Symbolik verschränken sich miteinander. Küstners Arbeiten verbinden analytische Präzision mit poetischer Bildkraft und eröffnen einen visuellen Raum, in dem sich das Lebendige als kontinuierlicher Prozess entfaltet.
Mittwoch, 25. März 2026 ab 18:00 Uhr
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