Zoe Vitzthum, Galerie HAAS & GSCHWANDTNER, Salzburg

Zoe Vitzthum, Galerie HAAS & GSCHWANDTNER, Salzburg

Zoe Vitzthum

Zoe Vitzthum

geboren 1995 in Hallein, AT
lebt und arbeitet in Salzburg, AT

seit 2013 Paris-Lodron-Universität Salzburg, AT, Studium Lehramt Germanistik und Anglistik

seit 2013 Mozarteum Salzburg, AT, Studium Lehramt Bildnerische Erziehung

2021 „Artist in Residence, Wien“, Vergabe durch Land Salzburg, AT

Die Installationen und Objekte der jungen Salzburger Bildhauerin und Objekt-Künstlerin kreisen um die Themen der Esskultur, bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Küche und Alltag. Jüngst wurde eine Installation vom Salzburg Museum angekauft. Ihre beiden Werkserien Kaffeemaschine 1–3 und Picknick 1 +2 entstanden Anfang 2021.

Die Installation Picknick 1 +2 (2021) untersucht den in Salzburg zum Standard gehörenden Kaffeehausbesuch mit obligatorischer Mehlspeise. Hierfür hat sie unzählige Tortenstücke aus renommierten Salzburger Konditoreien abgegossen. Die süßen Verführungen schmolzen während des Werkprozesses, ihre verlorenen Formen sind aus Keramik nachgebildet. Es handelt sich um die Kunst des Trompe-l’œil, die Werke täuschen unser Auge. Nur dem Schein nach handelt es sich um süße Köstlichkeiten. Sie duften nicht, sie schmecken nicht. Sie irritieren unsere Sinneswahrnehmung. 2020 war ein herausforderndes Jahr. Wo konnten Kaffee und Kuchen genossen werden? Kreativste Lösungen wurden gefunden. Konsumation während Spaziergängen oder Picknicks mit Freund_innen in Parks fanden statt. Inspiriert durch den Erfindungsreichtum von uns allen präsentiert Zoe Vitzthum ihre Kunstwerke als Picknick-Installation. Sie goss einfache Würstl-Pappteller in Gips ab. Diese dienen als Sockel für die Objekte, fixiert auf Campinghockern aus den 1970er Jahren. Heute sind die Werke aus glasierter Keramik Relikte des vergangenen Jahres.

Die Installation Kaffeemaschine 1–3 (2021) ergänzt die Überlegungen zur Installation Picknick 1 2 (2021). Die drei unabhängigen Kunstwerke sind aus Keramik gefertigt und werden durch eine Wasserpumpe im Inneren, angetrieben durch eine Powerbank, zu tröpfelnden, lautmalerischen Objekten. Das heimelige Gefühl in der Küche, das Zischen und Brummen der Kaffeemaschine und das tröpfelnde Geräusch des Kaffees, der in die Tasse rinnt, werden suggeriert. Betrachter_innen erkennen dann aber, dass es sich weder um echte Kaffeemaschinen diverser Marken, noch um Kaffee handelt. Wasser wird in einem ständigen Kreislauf durch das Kunstwerk gepumpt. Trotzdem lösen die Werke Emotionen und vertraute Gefühle in uns aus.